Nach verlorener Schlacht erneute Mailänder Machstellung

1237 unterlag der Lobardenbund in einer blutigen Schlacht von Cortenovo dem Kaiser, der den Mailänder Carroccio, den von Ochsen gezogenen Fahnenwagen, das Symbol städtischer Freiheit, erbeutete und über seine als Rebellen verurteilte Gegner ein erbarmungsloses Strafgericht verhängte.

„Den Resten des versprengten Mailänder Heeres und anderen Flüchtlingen bot Pagano auf seinen Gütern im Valsassina Zuflucht; zum Dank dafür wählte ihn die Credenza di S. Ambrogio, die antikaiserliche Popularenpartei, 1240 zum Kapitän und Verteidiger des Volkes. Schon im folgenden Jahr verstorben, wurde Pagano bei den Zisterziensern von Chiavalle unweit Mailands beigesetzt, wo sich sein Grabstein und der des seines Neffen Martino della Torre (gest. 1263) bis heute erhalten haben. Martino wurde 1247 von der Popularenpartei zu ihrem Oberhaupt erwählt. Das Projekt seines Onkels, der mit der Aufnahme eines Katasters begonnen hatte, um eine gerechtere Verteilung der Steuerlasten zu erreichen – Keimzelle städtischer Finanzwirtschaft -, setzte er fort. Unablässige Parteikämpfe der Popularen und der Nobili, der Volks- und Adelspartei, in deren Reihen der letzteren sich die Visconti langsam an die Spitze schoben, wurden 1258 im Frieden von S. Ambrogo beigefegt, der die Vorherrschaft der della Torre einstweilen absicherte.“[Schmidt.T. 1992]