Festigung der Macht in Mailand

„Der Turm als redendes Wappen der della Torre ist bekrönt mit guelfischen Zinnen und zeigt damit die Parteistellung der Mailänder Familie im 12. und 13. Jh. an. Gelegentlich ist er begleitet von Lilien oder belegt mit zwei gekreuzten, entwurzelten Liliestäben, die auch separat oder kombiniert mit einem steigenden Löwen erscheinen.

Aus dem lombardischen Geschlechtsverband der della Torre, auch Torriani genannt, tritt uns als erster mit teils historischen , teils legendären Zügen „Martino“ entgegen, dessen Grafschaft im Valsassina, einem oberen Seitental des Comer Sees, gelegen haben dürfte. Am zweiten Kreuzzug (1147-49) soll er teilgenommen haben, den Sarazenen in die Hände gefallen und wegen seines standhaften Glaubensbekenntnisses getötet worden sein. Seine Nachkommen orientierten sich zur lombardischen Metropole Mailand hin, wo seine Söhne führende Positionen innehatten. „Giustamonte“ ist als Mitglied des hochadeligen Klerus der Mailänder Kirche nachweisbar, „Iacopo“ (gest. 1216) amtierte dort als Richter, und „Pagano“ gehörte als Konsul dem republikanischen Stadtrat an, der die kommunale Freiheit gegen Kaiser Friedrich Barbarossa verteidigte.

Iacopos Sohn „Pagano“ (gest. 1244) leitete den Aufstieg seiner Familie an die Spitze der Mailänder Republik ein. Zunächst betätigte er sich wie andere Angehörige des Adels als Podesta, d.h. für einen befristeten Zeitraum gewähltes Stadtoberhaupt, benachbarter und verbündeter Kommunen, so in Brescia, wo in seiner Amtszeit der Broletto (bis 1421 Amtssitz städtische Behörden, jetzt Gericht) vollendet und das Zentrum neu gestaltet wurde; aus Bergamo wurde er durch die dort mächtige Familie Colloni vertrieben. Im lobardischen Bund, der sich mit dem Ziel, die kommunalen Freiheiten gegen den Staufenkaiser Friedrich II. zu verteidigen, um Mailand gruppierte, hat Pagano an herausragender Stelle mitgearbeitet, den Bündnisvertrag, mit Friedrichs rebellischem Sohn  (VII.) unterzeichnet und auf einer Geschäftsreise nach Viterbo als Bevollmächtigter seiner Heimatstadt die Allianz mit Papst Gregor IX. zu festigen gesucht. „[Schmidt.T. 1992]