Thurn bei Lienz (Osttirol)

Thurn bei Lienz (Osttirol) Lage in Goggle Maps

1308 wird Thurn erstmals urkundlich erwähnt. Es besaß zwei Burgstellen: die ältere stand auf dem „Schlößlbichl“, einer Geländekuppe im Großbachtale, der dem Dorf Thurn den Namen gegeben hat. Die jüngere Anlage – Schloss Thurn – stand östlich der St. Nikolauskirche im Hofbereich Mußhauser, einem Herrensitz. Wahrscheinlich umschloss ein Fischteich, der aus dem Großbachtal das Wasser enthielt, halbkreisförmig die Burg. Der Teichwall ist zum Teil noch erhalten. Das Austragsgebäude des Mußhauserhofes steht auf alten Mauern, die von Schloss Thurn stammen könnten.

Der Ortsname Turn stammt von der Adelsfamilie Thurn (della Torre), deren Burggrafen in Lienz ansässig waren. Mit der Eindeutschung im Habsburger Reich wurde aus della Torre (ital. Turm – der rote Turm als Wappen) der Name Thurn (altdeutsch Turm – der rote Turm als Wappen). Der rote Turm der der Thurns findest sich im linken Teil des Wappens vom Ort Thurn bei Lienz :
(*41*) Spessa-Linie der Della Torre
XII. Johann gen. Phöbus der Jüng. della Tore, später der lilt. auf Ripalta, Sivigliano u. Campo Martio kais. Km., Ratu. Ges. zu Görz, + 1505, X mit Dorothea v. Lueg, T. d. Nikolaus Burggrafen zu Lienz u. d. Dorothea Stainer u. Wwe des Nikolaus Rauber auf 8. Seoff am Karst [Siebmacher]

1938 verlor Thurn seine Selbstständigkeit und wurde mit Gaimberg zur neuen Gemeinde Grafendorf vereinigt. 1949 wurde es wieder eine eigene Gemeinde.
Thurn war ein Bergbaugebiet, das silberhältiges Gestein an die Messinghütte in Lienz lieferte. Ob auch Kupfer oder gar Gold im Bereich der Neualplseen-Schleinitz abgebaut wurde, ist nicht erwiesen.