Thurner bei Schenna (Südtirol)

Der Personenname Thurner in Schenna als Hinweis auf die Existenz der von Thurn mit einem Posthof oder einem Herrensitz. 

Wie auch in Hermagor ist der Sitz der Thurner gekoppelt an eine Verwaltungsfunktion der Grafen von Thurn. Ein direkter Hinweis fehlt, doch gibt es drei Anhaltspunkte für einen Sitz, wenn man die Folgen eines Widerstands gegenüber der Obrigkeit berücksichtigt. Bei mehreren Adelsrevolten waren die Folgen Streichung aus den Landtafeln, Streichen aus Chroniken und Schleifen der Sitze oder Zwangsverkauf.

So wurde der Herrschaftssitz während der Regentschaft Friedrichs 1420 von Meran nach Innsbruck verlegt.
Von 1423 bis 1427 erreichte der Kampf Friedrichs gegen den oppositionellen Tiroler Adel einen letzten Höhepunkt. Ziel der militärischen Aktionen der herzoglichen Truppen waren die Burgen der Familie von Starkenberg, darunter Greifenstein und Schenna.

  1.  Thurnstein
    So heißt es in der Beschreibung: „ein massiver und hoher Turm den Namen Platzeleid oder Platzlei und wird in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erwähnt. Meinhard II. gab ihn 1282 dem Konrad Milser zu Lehen. Der Name Thurnstein erscheint zuerst 1478.“Meinhard (* um 1238; † 1. November 1295 in Greifenburg) aus dem Geschlecht der Meinhardiner war (als Meinhard IV.) Graf von Görz (1258–1267) und (als Meinhard II.) Graf von Tirol, 1286–1295 Herzog von Kärnten, sowie Pfandherr des Herzogtums Krain und der Windischen Mark. Der Stammvater der Linie Görz-Tirol war einer der bedeutendsten Fürsten des 13. Jahrhunderts und gilt als der Begründer Tirols als eigenständigen Landes.Wie aus dem Stammbaum der von Thurn ersichtlich ist, waren sie als Grafen auf in all diesen Gebieten für die Meinhardiner tätig. So darf man annehmen, dass die Thurn’s auch in Thurnstein waren.
    Da der Name Thurnstein erst 1478 erschien und danach auch weiter fortgeführt wurde, hatte sicher mit der Bedeutung des Namens tun.
  2. Thurn bei Schenna, Rotherturn, Rotherthurn
    Dieser Ort liegt in unmittelbarer Nähe zu dem Sitz der Thurner.
    Wappen roter Turm
    Thurn ist altdeutsch Turm, daher könnte der Ansitz auch mit einem Turm verwechselt werden. Doch für die
    von Thurn war das Wappen ein roter Turm. Rotherthurn ist nun aber keineswegs außen rot oder weist irgendwo ein rot auf. Es ist auch eher kein Turm und wird doch als Schlösschen bezeichnet. Daher darf man wohl davon ausgehen, dass nach Streichung der Thurn in den Chroniken und Landregistern, stellvertretend von Rotherthurn gesprochen wurde.
  3. Thurnerhof als Restaurant bei Schenna
    So heißt es: „Sehr gut erhaltenes Wirtshaus aus dem 15. Jahrhundert mit alter „Selchkuchl“. …. Der Thurnerhof ist einer der schönsten und ältesten Bauernhöfe Schennas und eines der ältesten Wirtshäuser in Südtirol.“
    Das Gebäude und der Name weisen eher darauf hin, dass es schon früher eine Bestimmung in der Richtung einer Bewirtung hatte und möglicherweise eine Poststation der Thurn’s gewesen sein könnte, die zwangsweise verkauft werden musste und von den Thurner selbst übernommen wurde.
    Dorf tirolEntfernung Schenna zumThurnerhof ca. 1 km.
  4. …. beim Thurner Bauer
    „Wo das Dorf Obermais liegt, stand zu Römerzeiten die große Stadt Maja, in der St. Valentin den Heiden das Evangelium predigte. Er hatte beiläufig zwei Scheibenschuß außer der Stadtmauer seine Wohnung, wo auch jetzt das Kirchlein St. Valentin zur Andacht einladet. Auch im Alten Schlosse Neuberg, das in der Nähe stand, wurde ein Zimmer gezeigt, in dem der heilige Mann gewohnt haben soll. Im neunten Jahrhundert erfolgte im Naiftal ein Bergsturz, der die ganze Römerstadt überschüttete. Nur ein Stück der alten Stadtmauer, nicht weit von St. Valentin, und ein alter Festungsturm beim Thurner Bauern sind davon noch übrig geblieben. Der Passer, die früher dem Freiberge nach hinterfloß, ist vom Schutte in ihr jetziges Rinnsal hinabgedrängt worden. “
    [Sagen aus Tirol, Peter Weinmann]

 

 

 

 

 

 

 

 

Entfernung Schenna zumThurnerhof ca. 1 km.

 

 

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