Thurnhofer in Deutschland

Es gibt zwei Herkunftsorte für die Thurnhofer in Deutschland. Diese sind Trachenberg in Schlesien (jetzt Polen) und Linz (Österreich).

Außer vielen versprengten in Deutschland fallen zwei Orte durch Ansammlungen von Thurnhofer auf: Neu-Ulm und Schrobenhausen.

Die Vertreibung aus Schlesien 1945

Hunderttausende von Deutschen wurden zwischen Mai und Juni 1945 durch polnische Miliz aus den deutschen Ostprovinzen über Oder und Neiße nach Westen getrieben. Im Juni mussten die Polen ihre an die Sowjetunion gefallenen Gebiete verlassen. In der Forschung wird von „wilden Vertreibungen“ gesprochen.
Die Charta der Vereinten Nationen in San Francisco (26. 6.1945) schloss deutsche Vertriebene ausdrücklich von der internationalen Flüchtlingsfürsorge aus. Die Potsdamer Konferenz (17. 7. bis 2.8.1945 mit Stalin, Churchill/Attlee, Truman) verkündete die „Umsiedlung“ der verbliebenen deutschen Bevölkerung aus dem Polen zugesprochenen Gebiet sowie aus der Tschechoslowakei und Ungarn nach Deutschland, die sogenannte „geregelte Vertreibung“. Die Ausweisung der Deutschen wurde auch im Herbst und Winter 1945/46 fortgesetzt.
Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis etwa 1950 wurden über 12 Millionen deutsche und deutschstämmige Heimatvertriebene auf dem Gebiet des heutigen Deutschland aufgenommen.
Die alliierten Planungen orientierten sich am Übereinkommen von Potsdam und sahen Aufnahmequoten für die einzelnen Besatzungszonen vor. Eingewiesen wurde vornehmlich in die britische und amerikanische Zone. Frankreich hatte an der Potsdamer Konferenz nicht teilnehmen dürfen und verweigerte die Aufnahme der organisierten Transporte in seine Zone bis 1948.

Im Oktober 1945 ordnete die amerikanische Militärregierung an, für 1.500 Polen in Ulm Wohnraum zu schaffen. Die Stadt musste zu deren Unterbringung Privatwohnungen in der Sedanstraße von den deutschen Bewohnern räumen sowie die Wilhelmsburg und die Donaubastion herrichten lassen.

Einrichtung von Hilfsstellen

Die ersten Hilfsstellen der Sudetendeutschen, Schlesier und der Volksdeutschen aus Südosteuropa wurden in Württemberg im August 1945 als Selbsthilfeorganisationen ohne staatliche Unterstützung eingerichtet. Im November 1945 wurde in Württemberg-Baden ein „kommissarischer Sachbearbeiter“ für Flüchtlingsfragen bestellt.
Der Länderrat (die Länder in der amerikanisch besetzten Zone: Groß-Hessen, Württemberg-Baden und Bayern) institutionalisierte am 11. November einen „Länderausschuss Flüchtlingsfürsorge“. Der Länderrat rief im April 1946 erstmals internationale Hilfe zur Lösung des Vertriebenenproblems an. Da es den Assimilationsbestrebungen der Alliierten widersprach, initiierten diese im April/Mai 1946 ein Verbot der Tätigkeit der Hilfsstellen für Vertriebene. Sie wurden durch den Alliierten Kontrollrat verboten, ebenso Vereinigungen der Vertriebenen. Am 11. Oktober 1946 fand eine erste Interzonenkonferenz aller für die Vertriebenen zuständigen deutschen Verwaltungsstellen statt.

Befragung von Thurnhofer über ihre Herkunft

Eine Befragung der in Deutschland lebenden Thurnhofer ergab folgende Herkunft, soweit diesen etwas über die Historie bekannt war:

Orte an denen Thurnhofer leben mit mögl. Jahr der Auswanderung

aus Trachenberg:
Alkofen-Vilshofen
Dessau
Bonn
Wilhelmshaven 1945
Berlin 1871
Osnabrück

aus Österreich:
Langenmosen (Schrobenhausen)
Sandizell (Schrobenhausen
Hallbergmoos
Penzing
Augsburg
Pöttmes
Gröbenzell
Inichenhofen
Pfaffenhofen
München
Au in der Hallertau