Thurnhofer in Linz (Österreich)

In und um Linz (Österreich)  gibt es auch nach ca. 500 Jahren, seit der angelehnten Namensgebung, noch eine Anhäufung der Thurnhofer  (Telefonbuch 2015).

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Leider war es nicht möglich die 45 Einträge im Telefonbuch auf eine Landkarte zu bringen.

 

Dei Anhäufung um Linz ist durch die an Thurn angelehnte Namensgebung, deren Tätigkeiten und durch den bedeutenden Sitz der Thurn in Linz gut erklärbar.

Linzer Schloss und LandhausWill man jedoch den genauen Sitz der von Thurn in Linz ermitteln, so kann man diesen nur erahnen. Aus den Aufgaben (kasiserlicher Kämmerer, Rat und Obersthofmeisterdes König Ferdinand zu Linz) ergibt sich eine Nähe zum Schloss und zum Landhaus (Ständehaus). Der Sitz der von Thurn muss daher in Linz vermutet werden.
Die Ereignisse von 1620 in Böhmen in denen die Nachkommen und Erben von Veit (Guido) +1547 und Franz Napus +1586 geächtet und verbannt wurden, lassen nur spärliche Zeitzeugnisse zu.  In einer Übersicht über die Burgen in Österreich werden Heinrich Matthias bzw. Matthias folgende Sitze zugerechnet:

Loosdorf-Schloss, Zwettl-Propsteiberg, Laa/Thaya, Sonnberg und Unterstinkenbrunn,
welche auf der Verbindung zwischen Linz und Brünn (Böhmen liegen).

Linz Brunn

Eine weitere Verbindung besteht von Linz direkt nach Prag oder über Loosdorf Zwettl.

Linz Loosdorf ZwettlEs ist anzunehmen, dass die Thurnhofer, die in Österreich verblieben,  nach dem Tode von Veith (Guido) und Franz Napus auf die Sitze der 5 Söhne verteilt wurden und bei dem Ereignis 1620 nur ihren Arbeitsplatz verloren, jedoch an der Ausweisung, wie in Böhmen keinen Anteil hatten.

111 Veit Guido b

Im Zusammenhang mit der Namensbildung steht das Palatinat

Mit dem Palatinat war eine Ausweitung der weltlichen Pflichten verbunden und dies führte zu einer größeren Spezialisierung der Tätigkeiten und deren Identifizierung, die sich in der an Thurn angelehnten Namensgebung ausdrückt.

Das Palatinat ist ein vom Kaiser verliehenes Privileg zur Ausübung kaiserlicher Reservatrechte (Comitiva), unterschieden in
· großes Palatinat (comitiva maior): territorial nicht begrenzt, erblich, mit der Befugnis, auch Unterpfalzgrafen einzusetzen,
· kleines Palatinat (comitiva minor): territorial begrenzt, nicht erblich.
Dieses jüngere Hofpfalzgrafenamt steht mit dem älteren Amt des Pfalzgrafen nicht in Verbindung und wurde vom Kaiser erst ab dem Ende des 15. Jahrhunderts häufiger verliehen. Der Umfang der Rechte des Hofpfalzgrafen wurde in der kaiserlichen Ernennungsurkunde jeweils eigens festgelegt. Der Begriff leitet sich ab aus der höfischen Funktion und Würde des Paladins (lateinisch: palatinus).

Die Ausdehnung der von Thurn ging jedoch weiter nach Norden. Mit Franz Napus von Thurn, dem Sohn von Veit (Guido), wurde die Herrschaft in Böhmen begründet.

147 Franz Napus b

 

 

 

 

 

 

 

Die Bewegung der Thurnhofer von Lienz nach Linz verläuft zumindest zeitgleich.

Die späteren Ereignisse in Böhmen, nach der Schlacht am weißen Berg bei Prag am 8. November 1620, setzten nicht nur den Herrschaftsbefugnissen von Veit (Guido) von Thurn und Franz Napus von Thurn ein Ende, sondern hatten noch viel mehr sehr weitreichende Folgen.

Alle der in Österreich ansässigen Personen, die für die Thurn tätig waren, so auch die Thurnhofer mussten sich eine neue Arbeit suchen. So wanderten auch einige nach Deutschland ab (Schrobenhausen).

Leider war es mit nicht vergönnt, die Geschichte von Linz im Zusammenhang mit den angelehnten Namen zu erforschen. Für Neugierige eröffnet sich damit ein sehr interessantes Gebiet.